Dienstag, 21. August 2007

Ein herzliches Hallo aus Lilongwe

Der Hauptstadt Malawis! Morgen gehts weiter zum Malawi See, von wo aus wir am Freitag das Boot ‘Ilola’ borden, um uns am Wasser weiter nordwaerts zu bewegen.

Die Fahrt nach Lilongwe von Mfuwe aus – dort haben wir 2 Tage vor den Toren des South Luangwa National Park inmitten von Elefanten und Hippos verbracht!!! – war recht spannend.


3 Pannen mit Auto-Anschieben, einem aechzendem Getriebe und ohne Bremsen in einem wieder mal furchtbaren und klapprigen Gefaehrt war abenteuerlich. Ebenso unser Grenzuebertritt von Zambia nach Malawi, denn nicht nur die malawische Botschaft in Berlin, sondern sogar der Zoellner vor Ort hatte keine Visa Stickers mehr! Mit einem speziellen Brief durften wir dann doch ins Land und mussten heute zur Immigration Office, um ein Visum zu bekommen. Wir haben es wieder mal geschafft und mein Pass ist langsam aber sicher vollgestempelt ;-). Uebrigens, die Visaprocedere sind hier voellig willkuerlich, denn Deutsche muessen in Malawi nix bezahlen und haben auch kein Problem, dafuer duerfen Amis in fast allen Laendern das 3-fache, wenn nicht mehr (Zambia zb 100 US statt 25 fuer uns) hinlegen...

Sich auf Afrikas Strassen zu bewegen grenzt teilweise an Wahnsinn: die Busse werden zwar schon besser, die Minibusse sind bisher aber ueberall gleich. Mind. 20 Leute (exkl. Kinder am Schoss und Huehner!) werden in einen Kombi gestopft – ich vermute, dieser waere normalerweise auf max. 10 pax zugelassen. Der Zustand dieser Gefaehrte ist eher schepprig, zumal es viele unasphaltierte Strassen gibt. Dennoch, wir haben uns bereits gesteigert, denn die gestrige Fahrt von der Grenze bis nach Lilongwe – ca. 120 km – haben wir bereits in NUR 2h und gut sitzend verbracht. In Zambia haben wir fuer eine aehnlich lange Strecke fast 6h gebraucht ;-) Ausserdem sind wir nicht so staubig geworden, so dass man uns fuer Rothaeute gehalten haette, wie bei der Fahrt zum Nationalpark (die fuehrte naemlich nur ueber eine rote Erdstrasse ;-) – wir und all unsere Sachen haben so lustig ausgeschaut! Gestern hat nur ein Huhn sein Geschaeft auf Kays Schlafsack, der oben am Rucksack befaestigt war, erledigt.

Irgendwie ist uns schon der Gedanke gekommen, dass wir wohl irgendwann nur 5 Sterne und Luxustouristen werden, wo von vorn herein alles gebucht und fuer uns erledigt wird. Ich glaub aber, dass das noch sein Zeiterl dauern wird ;-)

Apropos, fuer alles Geographie Interessierten, ich bin Euch noch was ‘schuldig’. Mutoko befindet sich im Nordosten von Zimbabwe, ca 150 km weg von Harare, der Hauptstadt und ca. 90 km vor der Grenze nach Mozambique. Die Mother of Peace Community selbst ist dann noch mal ca 4-5 km ausserhalb. Mich wunderts kaum, dass das Kaff – wohl noch kleiner als Tulln (Kay befindet sich momentan in sicherem Abstand ;-) auf keinem Atlas eingezeichnet ist.

(Am Gipfel des Mutemwa Mountain mit unserem treuen Begleiter)

MOP ist recht nett am Fusse des Mutemwa Mountain gelegen, der eine richtige Herausforderug ist – vergleichbar mit dem Traunstein oder Wolfis x2 und meine Wanderung eines netten Sonntags. V.a. muss man aber bedenken, dass es natuerlich keinen nett gekennzeichneten Weg gibt, d.h. einfoch aufi und schaun wias geht ;-). Mutemwa ist auch der Name eines Lepradorfs unweit von MOP. Kay und ich waren dort, um die Leute zu besuchen, Kay hat sogar einmal geholfen die Kranken zu waschen. Mich hats extrem beeindruckt, wie Menschen, die sprichwoertlich so gut wie nur die Fetzen am eigenen Leib besitzen, einen mit so viel Freude und einem so grossen Laecheln empfangen!!! Unbeschreiblich, da verliert man gleich die Scheu, wenn man einem Leprakranken seine von der Krankheit gezeichnete Hand schuettelt. Neben Leprakranken leben auch alte, blinde und behinderte Menschen dort. Die unwahrscheinlichste Geschichte war, als eine gruene Mamba neben einem Behinderten, der nur liegen kann, sich vorbei in ein anderes Zimmer schlaengelte. Dieser Mann schlug ‘Alarm’ – so gut er halt konnte, und der andere im Zimmer – ein Blinder – wurde herausgelotst und die Mamba entfernt. Die Schlange und der Behinderte haben sich auf gleicher Hoehe befunden und der Mann haette niemals eine Chance gehabt, weil er sich ja nicht selbst bewegen kann… Es ist echt ein Wahnsinn.


(Im Lepradorf mit Father David aus England und dem Albino, dem Kay seine Sonnenbrillen geschenkt hat)

Jetzt noch zu den Vic Falls – ueberwaeltigend, genial, berauschend… - einfach unbeschreiblich. Interessant ist vor allem, fuer alle die die Cataratas von Iguacu kennen, dass die Schlucht, in die die Faelle fallen ;-), viel enger ist und man oberhalb der Faelle, genau gegenueber entlanggehen kann und diese fast aus unmittelbarer Naehe sehen und spueren kann. Wir haben die Zeit dort richtig genossen: In Zambia haben wir von Sonnenaufgang weg fast einen ganzen Tag bei den Faellen verbracht. Auf der Zimbabwe Seite hatten wir das Glueck den Sonnenuntergang am Zambesi River zu geniessen und die Faelle aus der Entfernung zu sehen. The smoke that thunders oder Mosi-oa-Tunya in der Eingeborenensprache werden die Faelle genannt und es ist wirklich wie eine grosse Rauchwolke, die aus der Schlucht aufsteigt.

So, genug fuer heute, sonst kriegts noch 4-eckige Augen vom Lesen. Das naechste Mal gibts wahrscheinlich eh erst naechste Woche von Tanzania aus Neuigkeiten. Hierfuer haben wir schon ein Visum!

Allerliebste Gruesse und viele beijinhos!

Brigitte

Sonntag, 19. August 2007

Und was uns hier erwartet!

Vor kurzem wunderten wir uns noch, was uns in Zambia erwarten wuerde - wir wurden nicht enttaeuscht, die Abenteuer gehen weiter....

Zambia ist einfach Welten besser drauf als Zimbabwe, das haben wir eh schon erwaehnt: Die Geschaefte sind voll, man kann alles haben, es gibt Strom, Wasser, man kann Geld wechseln... dafuer ist auch alles verhaeltnismaessig teuer, aber was solls (was kost' die Welt...). Livingstone hat uns also wunderbar gefallen, wir waren nochmal 8 Stunden bei den Faellen und haben sie so richtig einwirken lassen, und es war toll. Dann also weiter nach Lusaka, der Hauptstadt, und die Busfahrt wird wohl auch in Erinnerung bleiben, dank dem coolen Typen, irgendein Geistlicher, der unseren Bus noch vor der Abfahrt segnen wollte, mit den Worten "Ich werde jetzt diesen Bus segnen, damit Jesus Christus ihn beschuetzen wird, aber bevor ich das tue, bitte vergewissern Sie sich, dass Sie auf dem richtigen Platz sitzen, damit nacher waehrend der Fahrt keine Unannehmlichkeiten entstehen, wenn zwei Personen auf dem selben Platz sitzen wollen. Bitte verstauen Sie auch Ihr Gepaeck unter dem Sitz vor Ihnen oder in der Ablage ueber Ihnen. Jesus, bitte segne diesen Bus, damit er in keinen Unfall verwickelt wird." etc. Irgendwie fand ich das lustig. Er hat dann auch noch alle Satanisten und Hexen im Bus aufgefordert, den Bus und die Passagiere in Ruhe zu lassen und stattdessen ihn zu verhexen etc., er hat dann auch Visitkarten ausgegeben, damit die Satanisten und Hexen ihn jederzeit finden koennten, bzw. auch interessierte Christen die mehr von ihm lernen wollen. Echt witzig, der Typ.

Lusaka selbst ist eine nicht besonders erwaehnenswerte Stadt - nicht sonderlich dreckig, aber eben doch. Und auch nicht sonderlich aufregend, wir haben dort nur ein paar Erledigungen gemacht, und dann gings auch schon weiter, wieder per Bus bis Chipata von wo aus wir den Weg nach Mfuwe, am Rande des South Luangwa Nationalparks, bestreiten wollten. Tatsaechlich haben wir noch einen Minibus erwischt, und was fuer einen: Man denke Groesse VW Bus, allerdings mit 20 Personen plus Kindern und Gepaeck beladen, also doch eher eng (wusste bis jetzt nicht dass man auf einer Bank zu fuenft sitzen kann, die letzten Typen sind dann durchs Fenster eingestiegen, weil wenn sie drinnen gesessen waeren, waere die Tuer nicht zugegangen), dann hat eine Scheibe gefehlt (die neben mir, was sonst), und auch sonst eine eher klapprige Angelegenheit (wir wussten noch nicht, was uns am Rueckweg bevorstuende - siehe Brigitte's Post). Gestartet ist er eher schlecht, und so hat der "Schaffner" immer von aussen mit geschlossener Tuer angeschoben und ist dann durchs Fenster ins dann fahrende Auto eingestiegen. Akrobatisch! Die Strasse war natuerlich ur staubig, und nach der Fahrt hab ich ausgeschaut (Brigitte auch) als ob ich mich auf die Strasse gelegt und gewuzelt haette. Da haben mich sogar die Mitfahrer (Schwarze, die sicher einiges gewohnt sind) ausgelacht. Grrmbl.

Irgendwie haben wir's also hingeschafft, und unsere Unterkunft war toll, wir haben es uns mit feinstem Essen so richtig gut gehen lassen. Die billigste Unterkunft war ein Zelt, das nahmen wir dann auch, war gut genug fuer uns. Nur dass Flatdogs, wie die Anlage heisst, sehr nahe am Nationalpark ist (einfach auf der anderen Seite des Flusses), und im Lonely Planet standen viele Warnungen, abends und nachts nicht alleine herumzugehen, weil Elefanten und Hippos durchspazieren, und da ist natuerlich Lebensgefahr (man weiss ja dass Hippos am meisten Leute umbringen, mehr als Krokodile). Wir kommen also an, hoeren ein Rascheln im Busch, und unser lieber Begleiter sagt noch zu uns: "Don't worry, it s just an elephant. Oh, and over there is a hippo!" Na toll.


Also wir sind an diesem Abend angenehmerweise nicht von einem Hippo verspeist worden (die sind ja auch Vegetarier, werden nur ungut wenn man ihr Territorium verletzt), und auch ist kein Elefant irrtuemlich auf unser Zelt gestiegen beim durchwandern (ooops! Sorry! Trorooeeee!) da unser Waechter uns 5 min vorm Schlafengehen noch darauf aufmerksam gemacht hat, unser mitgebrachtes Essen ins Haus zu bringen, weil die Elefanten das sonst riechen koennen (gerade noch rechtzeitig...). Wir sind also am naechsten Tag frueh auf und goennten uns einen morning drive - spektakulaer!! Wir sahen alles, Elefanten, Hippos, Giraffen, Zebras, Impala, und so weiter - am Schluss auch noch Loewen, und wir im offenen Jeep sind natuerlich bis auf 4-5 Meter ran, da macht sich dann schon eine gewisse Tachykardie begleitet von propulsiver Darmmotorik bemerkbar (deutsch: Herzklopfen und Analflattern), wenn man genau weiss, der Loewe braucht nur einen Satz rauf machen, und das wars fuer Dich. Aber die waren lieb, die Loewen, und haben nur gedoest.


Den Nachmitag haben wir relaxed, und der Abenddrive war dann nochmal spannender - wieder ur viele Tiere, und nach Einbruch der Dunkelheit haben wir wieder die Loewen gefunden, mit dem Unterschied dass die jetzt hungrig und auf der Jagd waren. Also, same jeep, selbe Ungeschuetztheit, selbes Herzklopfen und Analflattern, nur halt zum Quadrat, weil wir uns wieder so nah hin gewagt haben, genau zwischen Loewe und Impala Herde halt, also dort wo's wohl am sichersten ist (???), und dann noch Lichtregie mit unserem Suchscheinwerfer gespielt haben. Letztendlich haben wir den Loewen sicherlich die Jagd versaut (Oida, jetzt leucht' der schon wieder her, so schoen haett ich mich angeschlichen - der Blick des Loewen schien wirklich so etwas zu sagen), und alle Impala haben derweil ueberlebt, aber spannend wars allemal, und irgendwie ganz nett, dann wieder ins Camp zu fahren, wo man sich sicher fuehlt weil die Loewen ja ganz weit weg sind, und dann als Gute-Nacht-Geschichte noch hoert, dass Loewe und Leopard durchaus schon durchs Camp spaziert sind - doch nicht's mit sicherem Gefuehl. Man lernt auf jeden Fall, sich das Klogehen (etwa 150m durch die Dunkelheit) bis zum Tagesanbruch zu verkneifen.


Das war also unsere erste Safari-Erfahrung, und es war super interessant. Es ging dann weiter nach Malawi, wo wir jetzt sind, aber davon schreibt Brigitte. Das einzige was ich noch selber erwaehnen will, der Bus retour hat echt neue Massstaebe in Sachen klapprig gesetzt: Durchgerostet als wie, mehrmaliger Breakdown auf dem Weg mit Wartung und Anschieben, die Windschutzscheibe nur mit Schnueren gehalten, sonst waer sie herausgefallen, das Armaturenbrett faellt auseinander, die Sitze brechen zusammen wenn man den Rucksack draufstellt - phaenomenal!! Aber genug fuer jetzt - bis zum naechsten Mal, LG

Kay

Mittwoch, 15. August 2007

We have travelled the chicken bus

Als chicken bus wird ein voellig ueberfuelltes altes scheppriges Vehikl bezeichnet. Unsere Variante war gluecklicherweise etwas moderner, dafuer sind � um dem Namen doch noch gerecht zu werden - auch (noch) lebendige Huehner mit an Bord gewesen. Der Besitzer hat diese gut fest gehalten, wohl nicht nur aus Ruecksicht auf die Mitfahrenden, sondern sicher auch weil alle Lebensmittel konstant knapper werden� Ein Huhn ist bereits ein Luxusgut!

18 Stunden haben wir von Mutoko ueber Harare und Bulawayo und bis nach Vic Falls gebraucht. Teilweise konnten wir sitzen, teilweise mussten wir stehen. Kay durfte sogar ein Kind mit auf den Schoss nehmen. Die Busse hier haben 5 Sitze in einer Reihe, je 2 bzw 3. Hinein geht alles, was sich quetschen laesst. Problematisch ist der Transport eigentlich "nur", weil es an Benzin mangelt. Ansonsten wuerden wesentlich mehr Busse fahren.
Hier angekommen waren wir ueberrascht und auch recht froh, dass es Wasser und Strom gab, beides haben wir in Mutoko die letzten 5 Tage vermisst. Nach einer seit langem vermissten und ausgiebigen Dusche haben wir uns ein gutes Essen gegoennt :-)

Gleichzeitig hat uns auch ein ordentlicher Kulturschock eingeholt, denn nicht nur, dass hier fuer Touristen alles geboten wird (Brot, Speck, Rind...) es "wimmelt" auch nur so von Weissen. Nach 6 Wochen, die wir am Land mit ein paar Entbehrungen und unter Farbigen verbracht haben, ist das momentan einfach "too much of it".
Der Abschied von Mother of Peace, besonders den Kindern, ist uns schwer gefallen� Es ist schon ein Wahnsinn, denn in der Zeit die wir dort verbracht haben, sind insgesamt 10 Kinder neu dazu gekommen. Die Juengesten waren 2 Zwillingsbuben, deren 18-jaehrige Mutter bei der Geburt vermutlich an den Folgen der Narkose (Asthmatikerin) gestorben ist. Mit dem stolzen Alter von 16h haben die beiden - Peter and Paul (nach 2 Paepsten benannt�) - das Waisenhaus kennen gelernt.

In den letzten Wochen ist alles konstant schlechter geworden. Haben wir zu Beginn 80.000 Simbabwe Dollar fuer einen US bekommen, waren es vor kurzem 170.000! Auch das Essen wurde etwas eintoeniger: Sadza mit dem gleichen Gemuese 2x tgl und immer weniger Erdnussbutter (es gab keinen Strom mehr fuer die Maschine, die die gebrannten Nuesse zermalmt). Uhhhhh. Die Geschaefte werden konstant leerer, die von Kay bereits beschriebenen Price Controls tun ihr uebriges dazu.

Das Internet bringt uns leicht zum Verzweifeln (deshalb auch wieder keine Fotos). Es kickt mich staendig aus Gmail heraus, dh ich kann keine Emails von Euch lesen. Auch im Blog gibt es kein Einloggen. Vielleicht wirds in Zambia besser, laut Erzaehlungen der Leute ist dort ueberhaupt alles besser ;-) Apropos - in ein paar Stunden machen wir uns per pedes auf ueber die Grenze und werden von dort aus nochmals die faszinierenden Vic Falls besuchen und dann in Livingstone bleiben, bevor wir uns nach Lusaka aufmachen.
Als dann, liebe Leute - mochts as guat!
Liebste Gruesse von uns beiden!

PS: Freu mich schon sehr, Gundie im Oktober zu sehen! Kay's Gasteltern aus Australien kommen am 1 Okt. auch nach Wien! Hoechster VIP Besuch aus Aussie Land nach unserer Rueckkehr! UI, wir freuen uns!

PPS: Zambia ist just different - hier gibts volle shelves in den Geschaeften... :-)

Jetzt muss ich doch noch was dazuschreiben: wir 'jammern' so ueber die Wasser- und Stromknappheit in Zimbabwe, nicht "nur", weil wir eine Dusche und Licht am Abend (sonst ist es um 6 so stockdunkel, dass man die Hand nicht mehr vor den Augen sieht), sondern v.a. weil in Mother of Peace (MOP) Strom benoetigt wird, um das Wasser vom eigenen Damm auf die Felder zu pumpen. Ist das nicht mgl., muss Mais, Weizen etc. zugekauft werden und die Dinge sind im ganzen Land knapp!!! Immerhin ernaehrt MOP gut 250 Menschen!!! Und so zieht sich halt das Drama fort. Ausserdem - ueber dem Feuer zu kochen ist echt kein Schmorrn, das Holz raucht so extrem, dass einem sofort die Traenen kommen (uiuiuiui), das war kein Spass!

Schluss fuer heute!

Liebste Gruesse

Jetzt geht die grosse Reise an...

Tja, so schnell gehts und die Zeit in Mutoko ist abgelaufen. Am Montag
haben wir uns aufgemacht, den zweiten Teil unseres Aufenthalts zu
beginnen, naemlich unsere Reise, die uns bis Addis Ababa fuehren wird,
wo am 28.9. unser Rueckflug auf uns wartet.

Dazwischen gabs fuer uns einfach kein Internet, der Hatscher war
einfach nimmer drinnen – sorry dass es so lange keine updates gab.
Jetzt gibt es sie oefter, und demnaechst werden hoffentlich auch
Bilder nachgereicht (wenn wir endlich eine schnelle connection
finden), es zahlt sich also aus, oefter mal vorbeizuschaen.


Die letzte Zeit in Mutoko war in erster Linie Alltag, obwohl wir
natuerlich auch einiges erlebt haben. So zum Beispiel unser Ausflug
mit 33 Kindern auf den Chigoni Mountain, ziemlich cool! Die 2malige
Besteigung des Mutemwa Mountain, der zwar nicht hoch ist, aber sehr
felsig und steil, und kein markierter Weg. Man kriegt so richtig das
David Livingtone feeling dabei… Jedesmal toll und unglaublich, dass
man es dann doch geschafft hat.

Was meine medizinische Karriere betrifft, befinde ich mich wohl auf
Abwegen: Ich habe 5 mal operiert, und zwar Uhren – erfolgreich.
Vielleicht haette ich Uhrmacher werden sollen. Dann habe ich einmal
Geburtshilfe geleistet – einer Kuh! Vielleicht doch Tierarzt? Nein,
ehrlich habe ich noch einige Kuriositaeten kennengelernt, es war sehr
interessant, aber irgendwie bin jetzt auch ganz froh, dass endlich die
Reise anfaengt, mit der Zeit gewinnt eben doch die Routine Ueberhand.

Die Situation im Land verschlechtert sich, Strom und fliessend Wasser
werden immer rarer, an 5 von 7 Tagen sind sie nicht da. Beides
gleichzeitig findet sich ueberhaupt ganz selten… Die shops werden
immer leerer, Bier zum Beispiel findet man fast ueberhaupt nirgends
mehr. Es ist ziemlich arg. All das macht natuerlich nicht gerade Lust
auf mehr, und nochmals ein Grund dass wir froh sind, das Land endlich
zu verlassen.

Aus all diesen Gruenden konnten wir auch sonst nichts mehr in Zimbabwe
besuchen, und haben uns direkt auf den Weg nach Vic Falls gemacht, von
wo aus dieser Bericht geschrieben wird.


Der Weg nach Vic Falls war spannend, ich sag nur chicken bus, aber da
schreibt eh die Brigitte mehr. Hier angekommen ist man in einer
anderen Welt. Touristische Infrastruktur Ende nie, und alles
funktioniert – Strom, Wasser. Nur kleine Hinweise erinnern daran, wie
es dem Land wirklich geht, z.B. dass das Bier in der Bar aus ist. Wir
haben uns auf jeden Fall die Faelle angeschaut (no pun intended), die
wirklich einzigartig sind. Abends waren wir noch auf einer Sunset
Cruise, wo wir bei einem Glaserl Wein (ich glaube es waren einige
mehr) Krokodile und Elefanten bestaunen durften, waehrend die Sonne
langsam im Zambezi versunken ist – traumhaft!

Heute verlassen wir also Zimbabwe, und fahren nach Zambia! Mal
schauen, was uns dort erwartet!

Bis dahin LG

Kay

P.S: Sind schon in Zambia, dieses Land ist echt eine Welt besser drauf als Zimbabwe, und es gibt sogar Snickers!! :)

Samstag, 21. Juli 2007

Gitti meldet sich auch zu Wort

So was – jetzt red sich der Kay wieder auf die langsame Verbindung aus, dass es keine Fotos gibt… ;-) EDIT (Kay): Here they are!!!



Stimmt ja leider eh! Dabei haett ich Euch doch so gern gezeigt, wie die Gitti mit Baby am Ruecken bewaffnet im Sadzatopf umruehrt ;-)

Ohne Schmaeh – die schleppen hier alle die Kinder am Ruecken, was ich echt super praktisch finde. Hin und wieder mach ich’s also auch, je nachdem ob wieder eins ganz furchtbar oarm schaut ;-0

Das Wasser am Kopf tragen koennen wir auch schon, allerdings never ever ohne Hilfe unserer Haende! Apropos Wasser: Waesche waescht man im Steintrog und dabei wird natuerlich ordentlich geschrubbt, kein Wunder, wenn alles loechrig wird. Wir versuchen halt ein bissi weniger zu schrubben, damit ihr uns im September noch wieder erkennt :-)

Hat der Kay vom Essen geschwaermt – nein?! Es gibt hier so viele Erdnuesse und in Folge Erdnussbutter – hmmmm. Ansonsten wird viel chicken (leider nich im Filet fuer den Kay, sondern mit Knochen) aufgetischt, sonst gibt es Reis, Bohnen, Suesskartoffeln etc. Das Hauptgericht – Sadza - ist ein Maisbrei, den wir nur mit viel Sauce ‘schaffen’.

Letztens bin ich in die Kueche – eine gemauerte offene Feuerstelle – gekommen und da lag der Schaedel von einem Rind herum. Ui, Naeheres werde ich fuer die empfindlichen Maegen unter den Lesern nicht beschreiben. Jedenfalls wusste ich nicht, dass man vom Kopf auch noch ein Fleisch heraufizeln kann. Eines der Hoerner hat dann der Hund bekommen.

Es gibt uebrigens nicht nur kleine Kinder, sondern auch einen recht lieben kleinen butzigen Hund, kleine Huehner, Ziegen… ;-) (is scho recht, i hear eh scho wieda auf)

Mit der katholischen Kirche bin ich etwas unverbluemter als der Kay – darf ich auch, bin eh nicht katholisch – die Kinder “duerfen” 2x taeglich in die Kirche, in der Frueh sogar vor dem Fruehstueck! Alles Gute laesst sich auf ein Wunders Gottes zurueckfuehren. Es wird sogar geglaubt, dass sich das Kreuz des Berges auf dem wir heute Frueh waren, bei Betrachtung vom Fusse aus zu drehen beginnt… We get along with it, so lange man unsere Kreise nicht stoert… Und zumal diese Sache wirklich das Einzige ist, was uns hier nicht gefallt.

Wir lesen gerade im Standard, dass es zu Hause so heiss ist – ab in den Mattsee! Untertags ist es hier angenehm warm und am Abend und in der Nacht huschi kalt… Aber mit einer sibirischen Haube und sibirischen Socken sind wir sind ja gut ausgeruestet. Uebrigens – Snickers gibts hier keine – sobald wir eins finden, essen wir eins auf Euch (Sorry – Transsib Insider)

Mochts as guat dawei und liebe Gruesse

Brigitte

PS: an alle Geburtstagskinder: wir denken fest an Euch, aber bitte nicht boese sein, wenn wir uns nicht melden (koennen). Ein Internetbesuch heisst 1h Hatscher und das nur, wenn es Strom gibt! Wir stossen einfach zu Hause an!

Etwas ausfuehrlicher

Hallo!
Nach laengerem Versuchen, hier unser zweiter Bericht, diesmal hoffentlich ein wenig ausfuehrlicher, und wenn ich Glueck habe, kann ich auch ein paar Fotos hochladen!Also, versuchen wir ein bisschen Ordnung in die Erzaehlung zu bringen. Es geht uns nach wie vor hervorragend, was man vom Land selbst leider nicht behaupten kann. Momentan ist Strom und Leitungswasser sehr unzuverlaessig, es gibt kaum Tage an denen man beides hat (obwohl gerade jetzt wir 2 oder 3 Tage lang beides hatten - welch Luxus!). So muss man halt mit Kerzen und Taschenlampen, und mit Kuebeln und ueberm Feuer gekochtem Wasser auskommen. Auch irgendwie romantisch, vor allem die Candlelight dinners.



Mother of Peace, wie sich unser AIDS Waisendorf nennt, ist eine sehr katholische, aber sehr nuetzliche Einrichtung hier, es sind an die 130 Kinder die hier untergebracht sind, und etwa nochmal soviele Leute, die hier arbeiten. So macht das in Mutoko eigentlich schon einen nicht unwesentlichen Wirtschaftsfaktor aus. Und fuer uns gibts auch immer einiges zu tun!Brigitte verbringt den Tag bei den kleineren Kindern, zwischen 2 Haeusern, eines mit Kleinstkindern, das andere mit Kleinkindern (bis etwa 4 Jahre). Ich selbst bin in der Klinik taetig, das kann man sich in etwa so vorstellen, wie einen praktischen Arzt, zu dem die Leute von ueberall her kommen, da es hier recht guenstig ist. Die Ordination fuehrt eine Krankenschwester mit 2 Helfern, und ich sitz halt da so daneben. Das lustige ist halt nur, dass ich praktisch zu jedem Patienten nach der Behandlung gefragt wird, also de facto die Rolle des Arztes ueber habe. Zuerst scheint das nach einer enormen Verantwortung, aber man muss bedenken, dass die hier sowieso nur so wie bei uns vor 40 Jahren zu allem Antibiotika verschreiben und dazu Mexalen, also sehe ich meine Aufgabe vor allem darin, den Gebrauch von Antibiotika in den unnoetigen Faellen (Verkuehlung, leichter Durchfall) zu vermindern, und ansonsten die ernsteren Faelle weiterzuschicken. Aber eines Tages, als ich frueh morgens noch ganz allein in der Klinik war, ist ein 9 jaehriger Junge gekommen, mit einer Verletzung am groszen Zeh, und bevor ich mich versah, hatte ich schon ganz auf mich allein gestellt meinen ersten Patienten zu naehen. Naja, jeder muss mal anfangen oder?

Abends nach dem Abendessen gehen wir dann beide in die Bibliothek, wo wir Nachhilfe geben, und das ist, was den Leuten wirklich etwas bringt: Ich gebe Mathematik auf O-Level Stufe, was eine Art Vor-Matura ist, die fuer die Leute hier natuerlich sehr wichtig ist, die Chance auf ein besseres Leben sozusagen. Und so sind meine Schueler auch recht motiviert, und der Mathematikunterricht macht mir eigentlich am meisten Spass. Zwar sieht man in der Klinik auch schon mal verrueckte Sachen (ich denke an den Mann, der mit ziemlich arger Osteomyelitis am Ochsenkarren angekarrt - im wahrsten Wortsinne - wurde), aber die Nachhilfe bringt den Leuten glaube ich echt was.

Am Wochenende, so wie jetzt, gehen wir ein wenig durch die Gegend, heute waren wir auf einem Berg der eine Art Heiligtum darstellt, weil dort ein Christ, der im Lepradorf hier in der Naehe gewirkt hat, jeden Tag beten ging, jetzt tuns ihm alle nach und erwarten sich Heilung von allen moeglichen Krankheiten. Gelegentlich kommen wir nach Mutoko fuer Shopping, aber die Auswahl haelt sich in Grenzen, die Regale sind zunehmends leer, weil die Shopkeepers nicht willens sind, sie aufzufuellen, da die Regierung gerade im Kampf gegen die Inflation die Preise kuenstlich runtergesetzt hat, und die Produkte jetzt nicht mit Gewinn verkauft werden kann. Was passieren wird, wenn alles verkauft ist, weiss niemand so genau, die Geschaefte koennen so auf jeden Fall nicht ueberleben. 4500% Inflation sind natuerlich auch keine Loesung - es bleibt problematisch.

Na gut, soviel also mal zur Lage, es macht uns auf jeden Fall grossen Spass hier, und die Kinder sind ur lieb - wenn ich frei habe, geh ich oft zu ihnen spielen, was hier natuerlich auch kaum wer tut, mangels Zeit, und das ist eine Riesenhetz. Das Essen ist uebrigens auch ziemlich OK, also fehlts uns eigentlich an nichts.

Mal sehen wann wir das naechste Mal ins Netz kommen. Derweilen liebe Gruesse aus Zimbabwe,

Kay

P.S: Bilder hochladen geht leider nicht wegen mangelnder Speed! Sorry - vielleicht ein ander Mal!

P.P.S: Ich freue mich auch ganz besonders, verlautbaren zu duerfen, dass ich die SIP3 mit einer Eins bestanden habe. Das sind mal Nachrichten, die das Leben im Busch versuessen!

Donnerstag, 12. Juli 2007

Wie versprochen

unser erstes Lebenszeichen aus Zimbabwe - Mutoko! Viel Geduld mussten wir fuer diesen Internetzugang aufbringen.....

4 Anlaeufe und eine hundsmiserable Leitung....

Es geht uns super gut! Die Kinder sind total lieb - von 11 Tagen bis 18 Jahren alles dabei - auch ein paar Gfraster :-) Das Essen ist spitze, die Gegend ist schoen, nur an Strom und (fliessendem) Wasser mangelt es uns ein bissal.

Alles paletti soweit - wir melden uns wenn geht - und das wird leider nicht allzu oft sein... :-)

Liebe Gruesse

Kay & Brigitte